
Hören Sie auf, beim Aufbau des PCB-Ofens zu raten!
Der Aufbau einer Station zur Aushärtung von PCBs ist in der Regel eine Qual – es bedarf viel Probieren und Fehlersuchen. Man montiert die Lampen ein, testet einige Leiterplatten, entdeckt dabei „kalte Stellen“ und verbringt anschließend den Nachmittag damit, alles neu anzupassen. Das ist reine Zeitverschwendung.
Aber es gibt einen besseren Weg. Wir können bereits vor dem eigentlichen Aufbau die Wärmeverteilung berechnen.
Die richtige Anordnung der Lampen
Stellen Sie sich vor, Sie hätten eine virtuelle Kopie Ihres Ofens auf dem Bildschirm. Durch Angabe der genauen Leistung und Wellenlänge der Heizlampen können Sie Simulationen durchführen, um die idealen Positionen für jede Lampe zu finden. Dadurch entfällt das Raten. Man muss einfach nur die Wege der Infrarotstrahlung berechnen, damit jedes Millimeter der Leiterplatte die richtige Temperatur erreicht.
Umgang mit den lästigen „toten Zonen“
Wir alle kennen dieses Problem: Uneinheitliche Erwärmung, die dazu führt, dass die Leiterplatte verformt wird oder dass das Harz nicht richtig aushärtet. Normalerweise versucht man, einfach mehr Lampen einzusetzen. Doch das erhöht nur die Stromkosten und birgt außerdem das Risiko, die PCBs zu beschädigen. Mit Simulationsprogrammen kann man diese „toten Zonen“ frühzeitig erkennen. Oft reicht schon eine kleine Anpassung des Winkels oder der Abstände zwischen den Lampen aus, um das Problem zu lösen.
Die Realität
Simulationen sind zwar toll, aber sie sind keine Magie. Ein Computermodell geht von einer perfekten Umgebung aus. In einer echten Werkstatt gibt es jedoch Windströmungen, schwankende Raumtemperaturen sowie Leiterplatten mit unterschiedlicher Dichte. Deshalb ist es immer noch notwendig, alles zu kalibrieren. Sobald die erste Charge produziert wird, sollten Sie Daten von Thermoelementen sammeln und diese in das Modell einfließen lassen. So wird die Lücke zwischen dem Bildschirm und der Werkstatt überbrückt.
Durch den Übergang in die digitale Welt wird die Arbeit einfacher. Die Station kann schneller in Betrieb genommen werden – und man riskiert nicht, durch übermäßige Belastung Schäden an der Leiterplatte zu verursachen.